
Irgendwie holt das Schicksal einen manchmal auf merkwürdige Weise ein:
Der Frust saß ganz tief. Endlich nach neun Monaten ein Gerichtstermin
vorm Arbeitsgericht, dann wird er 4-5 Tage vorher abgesagt, natürlich
verschoben von der Gegenseite. So folgte ich dem Ratschlag von Banno:
„Nimm Dir an dem Tag etwas Schönes vor. Das hilft!”
Der norddeutsche Sommer 2004 ereignete sich dann genau am 7.7.2004,
meinem geplatzten Gerichttermin. Ich sattelte mein Motorrad, fuhr
Richtung Ostsee, genoß einen Kaffee in Travemünde, kurvte dann
gemütlich Richtung Fehmarn als „die Natur ihr Recht verlangte” (Zitat
von Alf, dem Zotteltier vom Melmack).
Und da befindet sich dann kurz vor der Fehmarnsundbrücke rechts am
Straßenrand ein Plumpsklo der Kategorie II (mit Wasserspülung). Die
„Natur” drückte stark. Mit quietschenden Bremsen fuhr ich das Plumpsklo
II an. War nicht Erster. Vor mir ein LKW, dann zwei dunkle, fette
BMW-Luxuslimousinen. Äh, mmmh, hier?! Beide mit offen stehenden Türen.
An dem Holztisch daneben vier Personen - total inkognito in genauso
tief dunklen Anzügen und eine in Kostüm. Äh, mmmh, was, wie?! (Die
Blues Brothers lassen grüssen...) Die schauten genauso verwundert auf
mein süßes „Kawalinchen”, sprich Motorrad, wie ich auf sie. Der letzte
Luxus-BMW mit Kieler Kennzeichen, der davor mit Rendsburger, darin eine
genauso inkognito gekleidete Person, engagiert am Funktelefon werkelnd,
wohl gemerkt dicken fetten Funktelefon im Zeitalter von Foto-Handy’s
und E-Mails! Alles irgendwie äh, mmmh, wie bitte?!?!
Aber es kommt noch besser. Die „Natur” drängte noch stärker. Ich eilte
mit Motorradhose auf die Tür mit „Dame” zu. Die durchtrainierte und
hoch gewachsene Inkognito (Blues Brohterin) mit tief dunklem Kostüm
folgte. Ich öffnete die Außentür mit Dame. Blues Brotherin griff gleich
nach. Ähh, wie bitte? Mhhh?! Wollte die mit? „Krieg die Hose echt schon
allein runter”, dachte ich für mich, als

aus der ersten der beiden
Innenkabinen urplötzlich eine andere Dame im offiziellen Kostüm trat:
Ohhh, Heide Simonis, die Regierungschefin von Schleswig-Holstein - und
damit auch einer der allerobersten politischen Chefs meines Gegners am
Arbeitsgericht. Ich denk mir: „Das Schicksal holt dich auch Überall
ein!” Natürlich wollte ich sie erst durchlassen, das Plumpsklo II ist
nämlich eng. Heide Simonis grinsend freundlich: „Bitteschön!”, und
machte mir Platz. Sie, die First Lady, hielt mir die Tür auf. Die Tür
fürs Plumbsklo! Äh? Die Beine bereits zusammengequetscht sprang ich
schnell und verlegen in die Kabine. Von wegen Abschalten und erholen,
denn erstens kommt es anders und zweitens als man meistens denkt. Und
wenn’s auf dem Klo ist... Murphy ist überall.
Aber: Alle waren tierisch nett. Keine Übergriffe der „Blues Brothers”.
Oder lag es am Ort des Treffens? Nun, die First Lady von Schleswig-
Holstein muß nun auch mal auf ein Klo. Und sie frisst definitiv keine
Motorradfahrer.
PS: Ich war nicht die „Verräterstimme” bei der Wahl in SH, ganz
bestimmt nicht. Mich hatte man nämlich schon eine Weile vorher ähnlich
abgesägt - politisch und illegal.