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Zubehör nicht nur für Suzukis DR-Z 400

Produktvorstellung: 

Technik

Ausgabe: 

11/08

Autor: 

Jens Möller


Da hat sich der Autor doch jahrelang mit seinem 600er-Sportler auf diversen Rennstrecken im In- und Ausland herumgetrieben, nur um festzustellen, daß die Talentfreiheit was das Schnellfahren betrifft im Alter jenseits der 30 nicht mehr auszubügeln ist. Zudem ging der Rennsport in dieser Klasse ganz schön ans Eingemachte, zwei Tage Bügeln über eine Rennstrecke gab es meist nicht unter 300 Euro, dazu noch Kosten für Reifen und Ausstattung, ne, das lief langsam aus dem Ruder.
Das Benzin im Blut mußte aber irgendwie gestillt werden, weshalb die Suzuki DR-Z 400 SM ins Haus kam, die ja auch schon für einige Produktvorstellungen herhalten mußte. Denn er kommt ja immer wieder neu, dieser unstillbare Schraubergedanke, etwas Serienmäßiges besser oder zumindest individueller zu machen. Und da die DR-Z mittlerweile auch schon ein paar Mal eine Kartbahn gesehen hat, reichte es mit dem Individuellen auf keinen Fall mehr, das Ding mußte besser werden, die Talentfreiheit des Autors fürs Rasen hatten wir ja schon erläutert.
Also wurden wieder Kataloge gewälzt und Produkte gesucht, die den Umgang mit der kleinen Suzuki im Alltag oder eben auch auf der Kartbahn besser und einfacher machen.
Als erstes fiel uns der seit diesem Jahr im Programm von Polo erhält- liche Hubständer für Enduros in die Hände. Das knallorange lackierte Teil gibt es in zwei unterschiedlichen  Bauhöhen, einmal für hochbeinige Enduros und einmal als niedrige Ausgabe eben für Supermotos. Der Umgang mit dem Hubständer gestaltet sich leicht, auch weil der Hubhebel groß genug ist um die Maschine sicher nach oben zu bocken. Daß der Hebel zudem geteilt ist, erleichtert den Transport des kompletten Ständers. Ist die Supermoto erst einmal auf 365 mm Höhe gebockt, steht sie relativ sicher auf der Holzplatte. Wobei es besser wäre, wenn die Holzplatte gummiert wäre, da sonst schnell Kratzer an den Rahmenunterzügen entstehen. Wären zudem die Spaltmaße zwischen den einzelnen Bauteilen des Ständers etwas geringer, würde das die Standsicherheit noch erhöhen. So wuppt zwar alles lässig in die Höhe, etwas mehr Stabilität könnte der sonst gute Hubständer aber vertragen.
Mehr Stabilität war auch bei der originalen Bremse gefordert, zusammen mit einem sicheren und konstanteren Druckpunkt. Weist die originale Bremsscheibe vorne eine Stärke von vier Millimeter und eine Größe von 310 mm auf, bietet die Austauschscheibe von Braking deutlich stärkere Argumente. 320 mm Duchmesser bei einer Scheibenstärke von fünf Millimetern sollten die Bremse standfester machen. Problematisch ist bei diesem einfachen Scheibenwechsel nur, daß der orginale Bremssattel nicht mehr an die Verschraubung paßt. Glücklicherweise bietet Braking mit dem Set 507 gleich die komplette Ausrüstung für die DR-Z an, sprich Bremsscheibe, Adapter für den Bremssattel und Bremsbeläge gibt es im Paket.
So weit so gut. In der Praxis erwies sich die Scheibe mit den neuen Belägen nach langer Einfahrzeit auch sehr brems- und hitzestabil und sicher dosierbar, auf der Kartbahn gab aber der Druckpunkt am Bremshebel nach mehreren schnellen Runden immer noch deutlich nach. Das wird  allerdings wohl weniger an der Scheibe gelegen haben, die die Wärmeenergie ohne Probleme wegsteckte, sondern am originalen Zweikolben-Bremssattel der Suzuki und der etwas unterdimensionierten Bremspumpe.
Braking bietet mit dem Set 507 demnach überzeugenden Stoff um die Bremsleistung zu verbessern, allerdings gibt es das Set nur ohne TÜV-Gutachten. Wir haben es dank engagiertem Händlereinsatz trotzdem abgenommen bekommen, schließlich fahren Husabergs meist serienmäßig mit der Bremsware von Braking.
Um deutlich mehr Stabilität ging es auch beim Test der Handschützer Supermoto inklusive Anbausatz von Acerbis. Wenn die Suzuki auf der Kartbahn die Sporen bekommt, dann läßt sich der Fakt der gesteigerten Erdanziehungskraft in manchen Kurven beim Ausgleich von Können durch Mut einfach nicht wegdiskutieren. Auch wenn Handbrems- und Kupplungshebel schon mit Sollbruchstellen versehen sind, Verschleiß sollte irgendwie anders sein. Die bereits vorhandenen Polisport-Handschützer ohne Alustrebe knickten leider beim Bodenkontakt ein, weshalb der Schutz für die Hände zwar ausreichend, für die Armaturen aber nicht gegeben war. Mit den erwähnten Supermoto-Handschützern von Acerbis aus dem Katalog von Büse war die Hebelwechselei endgültig vorbei. Der sehr stabile Alubügel schützt wirkungsvoll, und wenn das Plastik mal Kratzer bekommt, kann es separat getauscht werden. Insgesamt überzeugend, wenn auch kein billiges Ver-gnügen, da die Schützer gute 90 Euro kosten, und der Anbaukit nochmals den Griff zu 44,95 Euro nötig macht.
Daß Praktisches auch ganz günstig sein kann, zeigen die Fußrastenschleifer von JP-Schweißtechnik. Natürlich würde der Autor nie soweit gehen und behaupten, daß er mit den Fußrasten in jeder Kurve schleifen würde, dennoch machen sich die Schleifer schnell bezahlt. Denn wenn die Raste doch mal den Bodenkontakt in der Kurve findet, wird erstens kein Metall abgetragen und zweitens der Fahrbahnbelag geschont. Bei vielen Kartbahnen, besonders Indoor, sind diese Schleifer zur Schonung der Oberfläche daher schon gang und gäbe. Und wer es mit dem Schrägfahren so richtig drauf hat, braucht auch keine Angst vor erhöhtem Verschleiß der Schleifpads zu haben, da sie nach Abnutzung einer Kante um 90 Grad gedreht wieder angeschraubt werden können. Bis man alle vier Kanten also abgerubbelt hat, wird einige Zeit ins Land gehen, weshalb die Schleifer von JP-Schweißtechnik einen Tip verdienen.
Und wie geht es jetzt weiter? So wie immer, der Bastel- und Umbau-virus hat bereits voll zugeschlagen, die Bremse soll noch besser werden, das Fahrwerk könnte die 100 kg des Autors genügsamer wegstecken und etwas mehr Leistung wäre auch nicht schlecht. Wir werden also wieder Kataloge wälzen und euch berichten...


Hubständer Enduro niedrig
Preis: 45 Euro
Bezug: Polo, Tel. 0180/5225785, www.polo-motorrad.de
Fazit: Wer seine Enduro oder Supermoto leicht in die Höhe bringen möchte, ist mit dem Hubständer von Polo gut bedient. Er könnte zwar etwas mehr Stabilität vertragen, weiß aber ansonsten bei Verarbeitung und Handhabung zu überzeugen.
KRADBLATT-Wertung: Empfehlenswert


Braking Supermoto Set 507
Preis: 316,99 Euro
Bezug: Uwe Keszler Import und Vertriebs GmbH, Tel. 04334/1876-0, www.keszler-top-brands.de
Fazit: Hochwertig verarbeitet und leicht zu verbauen, kann das Set 507 durchaus gefallen. Daß es aber ohne TÜV ausgeliefert wird, zieht Folgekosten nach sich und verlangt engagierte Händler, was zur leichten Abwertung führt.
KRADBLATT-Wertung: Empfehlenswert


Acerbis Handschützer
Supermoto inkl. Anbaukit
Preis Handschützer: 89,95 Euro
Preis Anbaukit: 44,95 Euro
Bezug: Büse, Tel. 02471/12690, www.buese.com
Fazit: Sauber und stabil verarbeitet bieten die Acerbis-Handschützer Sicherheit für Hände und Armaturen, allerdings zu einem hohen Preis. Ihr Geld wert sind sie aber allemal.
KRADBLATT-Wertung: Sehr empfehlenswert


Fußrastenschleifer
Preis: 12 Euro + 4 Euro Versand
Bezug: JP-Schweißtechnik, Tel. 06222/3072917, www.jp-schweisstechnik.de
Fazit: Durchdachte Fußrastenschleifer, die für viele Supermoto-Modelle lieferbar sind, und die dank praktischer 90 Grad Dreh-möglichkeit ewig halten. Da ist der Preis schon fast übertrieben günstig.
KRADBLATT-Wertung: Sehr empfehlenswert


Hallo Leute